Die Löbbeckes- oder Walkmühle


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1567 Aus diesem Jahr stammt die älteste Nachricht über eine private Wasserkraftanlage an der Wupper in unserer Gegend. Arndt Düßel durfte auf einem 6 (Quadrat)Ruthen (ca. 86 m²) großem "Plätzgem" unterhalb der Kurfüstlichen Kornmühle eine Walkmühle errichten und mußte dafür ½ Goldgulden und ein paar Hühner an Wassererkenntniß (Gebühren, Steuern) bezahlen.
1749 Die letzte Nachricht von Arndt Düßels Walkmühle.
28.6.1800 Die Fabrikanten Johann Wilhelm Thomas und Georg Oules erbauten eine neue Textilfabrik an dieser Stelle und nutzten so die Wasserkraft der alten Walkmühle. Auf einer topografischen Karte von 1825 steht der Name "neue Walkmühle"
zwischen 1828 und 1852 Auf alten Katasterkarten ist zu ersehen, daß die Bauten von Thomas & Oules einem neuen und größerem Fabrikgebäude gewichen sind. Dieser Bau hieß nach dem damaligen Besitzer Friedrich Wilhelm Löbbecke - "Löbbeckesmühle".
nach 1852 Löbbekes Erben beschäftigten um diese Zeit 20 Mitarbeiter in der Spinnerei. Andere Räume sind an C.& F. Schnabel, sowie an andere Fabrikanten vermietet gewesen.
um 1890 Die alte Löbbeckesmühle brannte ab. C.& F. Schnabel erwarben die Ruine mit den Wasserrechten und stellten in den kommenden Jahren eine modernen Shedbau an die Wupper.
1895 Der Wasserbauingenieur C. Corte stellte fest, daß die Wasserturbine und die Dampfmaschine in der Löbbekesmühle außer den Spinnmaschinen samt Zubehör noch eine Dynamo bewegte. Diese Dynamo lieferte den Strom für 170 Glühlampen, die in den beiden Werken von C.& F. Schnabel für Licht sorgten.
um 1915 Eine 91 PS starke Francisturbine mit senkrechter Welle der Straßburger Firma Schneider, Jaquet & Cie. löst die alte Turbine von 1890 ab. Das Gefälle beträgt 1,75 m. Die Turbine treibt die Transmission bis 1963 an.
um 1920 standen in der Fabrik außer 4 Selfaktoren und 3 Mischkrempelsätzen noch 16 Wattekrempel für die Herstellung von Verbandswatte.
im II. Weltkrieg Die Streichgarnspinnerei mußte auf Anordnung der Nationalsozialisten schließen. Aber die Watteabteilung produzierte "auf Teufel komm raus" Verbandsmaterial für die Soldaten.
im Januar 1963 Als die Fabrik ein Raub der Flammen wurde, waren nur noch 10 Mitarbeiter in der Watteabteilung beschäftigt. Wegen der geplanten Wuppervorsperre dachte niemand daran, die Löbbekesmühle wieder aufzubauen. Die Beschäftigten fanden zum Glück einen Arbeitsplatz in der benachbarten Hummeltenberger Mühle.

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Peter Dominick 2004