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Der Honsbergskotten in Diepmannsbach |
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| 1828 | Im Mühlenkataster steht, daß der Schleifkotten der Witwe Honsberg vom Stursberg bei Lüttringhausen gehörte. Mit den beiden Steinen bearbeitete Engelbert Berger von der Hermannsmühle "Remscheider Fabrikate". |
| 1837 | Peter Matthias Wirths besaß den Kotten und hatte ihn zu einer Walkmühle umgebaut. Das mittelschlächtige Wasserrad trieb drei Walkkümpe mit je zwei Stampfen an.
Walken ist ein physikalischer Prozeß, bei dem die Wolltücher verdichtet werden und kann sehr lange dauern. Der Vorteil liegt auf der Hand - weil der Prozeß ohne Personal geschieht, konnte Wirths seine Walken auch nachts laufen lassen, wenn das Wasser sowieso fließt. |
| 27.10.1850 | Der Schönfärber Julius Albert Hölterhoff (1808 - 1887) aus Altenberg erwarb für 2000 Rthlr. die Walkmühle, den Teich und das über den Teich gebaute Waschhaus.
Dazu kam noch ein kleines Fachwerkhäuschen, in dem die Toilette, ein Wascherde- und Wollabfallager untergebracht war.
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| 1867 | Hölterhoff beabsichtigte, in seinem bisher als Färberei benutzten "Fabriklocal" Salmiakgeist herzustellen. In seinem Bauantrag stellte er dar, daß seine Anlage weit genug von den nächsten Nachbarn entfernt sei. "Daher kann auch der bei dem Prozesse entstehende üble Geruch nicht zur Belästigung führen." lobte er seine Salmiakfabrik. |
| 1869 | Die Anwohner wehrten sich jedoch (hauptsächlich wegen Wasserverschmutzung). Zwei Jahre lang folgte Gutachten auf Gutachten.
Erst als sich Hölterhoff verpflichtete, den bei der Herstellung anfallenden Teer und das Abwasser gesondert aufzufangen, erteilte im der Lenneper Bürgermeister Trip die Genehmigung.
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| 1892 | Für die Prozeßwärme bei der Salmiakherstellung besorgte sich seine Witwe Amalie Hölterhoff einen gebrauchten Dampfkessel und ließ ihn in der Barmer Kesselfabrik von Haas & Hardt für ihre Zwecke umbauen. |
| 5.12.1900 | Fritz Hardt von Johann Wülfing & Sohn erwarb für 11000,- Mark die Immobilien von der Witwe Hölterhoff. Mit den Gebäuden hatte die Firma nichts am Hut, bis auf ein kleines Wohnhaus wurden sie wohl in den zwanziger Jahren abgebrochen. Wichtig war nur der Teich und die Wasserrechte.
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| vor 1940 | Im Volksmund hieß das kleine Wohnhaus "Kalet`s Häuschen" Ein älterer Einwohner von Diepmannsbach erzählte von der alten Frau Kalet: "Sie sah wie eine Hexe aus und besaß nur einen Zahn. Eines Tages lag diese Frau krank, zugedeckt mit Zeitungspapier direkt neben der offenen Eingangstüre." An dieses Ereignis konnte sich der alte Herr heute noch genau erinnern. Er berichtete weiter: "Das Haus war sehr morsch und die Eingangstüre schloß nicht mehr richtig. Postboten und andere Besucher mußten beim Betreten des Hauses durch die ewig offene Tür einen großen Schritt machen, sie wären sonst durch den morschen Boden in den Keller gebrochen." |
| heute | Neben dem Gelände des "Kalet`s Häuschen" befindet sich ein Minigolfplatz |
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Peter Dominick 2007 |