Die Dörper Wupperhämmer

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12.4.1726 Johannes Heyder und Johann Peter Burghoff erhielten von den Herren zu Hammerstein ein Wehr (Schlacht) in der Wupper zum Betrieb der Hammeranlage zu errichten.
1736 Die Anlage mit sechs Hämmern nannte sich Burghoffs Hämmer.
1770 wohnte der Dichter und Augenarzt Jung-Stilling als Privatlehrer im Haus von Peter Johannes Flender, dem "Spanier". Das Jung-Stilling-Haus ist eins der Gebäude, welche aus dem Wuppertalsperrengebiet abtransportiert wurde. Es steht heute in Kürten.
1804 gehörten zwei der Hämmer Johannes Peter Flender und die anderen den Erben Borner.
1807 starb Peter Johannes Flender . Er besaß außer den Dörper Hämmern, weitere Hämmer in Kräwinklerbrücke, an der Bever und auf dem Wiebach. Er vererbte seinen Kindern außer den Immobilien noch die unglaubliche Summe von 108000 Rthlr. !!!
im 19. Jahrhundert Die Dörper Hämmer liefen manchmal gut, manchmal schlecht. In einigen waren Mahlmühlen untergebracht, andere standen leer. Die verschiedenen Besitzer oder Mieter gaben sich die Klinken in die Hand.
1895 Der Ingenieur Carl Corte nahm für den Wupperverband die wassertechnischen Daten der Dörper Wupperhämmer auf; diese Daten waren zum Bau der Talsperren nötig:
Jedes der sechs oberschlächtigen Wasserräder der Hämmer (2 m Durchmesser) leistete bei einem Gefälle von 3,20 m und einem Wasserverbrauch von 325 Litern/Sekunde ca. 9 PS.
Die 2,70 m großen Ofenblasräder waren schmaler und brauchten nur 20 Liter pro Sekunde.
Den gesamten Verbrauch der Wupperhämmer bezifferte Corte mit über 40 m3 Wasser pro Tag.
um 1900 Aus den Einzelhämmern kristallisierten sich drei Stahlwerke August Jansen, August Enneper Söhne, Heinrich Grimm sowie der Einmannbetrieb von Friedrich Bernshausen
1925 August Enneper warb mit der Herstellung Werkzeug-, Schnell-, Hobel,- Drehstähle und Fräserscheiben. Eine andere Spezialität war Stahl auf Eisen.
vor 1940 Friedrich Bernshausen schmiedete in seinem Betrieb Hämmer und Meißel. Später ging seine kleine Fabrik im Stahlwerk Enneper auf
1940 Weil August Jansen nur zwei alte Hammergebäude zur Verfügung standen, ließ er sein Stahlwerk durch eine neue Halle vergrößern. Die Produktpalette umfaßte hauptsächlich Straßenbahnachsen und Profilstäbe für Waagen. Im Gegensatz zu anderen Stahlwerken besaß Jansen keine Dampfhämmer sondern Lufthämmer.
1950 Der Zweimannbetrieb von Heinrich Grimm soll eine der wenigen Firmen in Deutschland gewesen sein, wo man Schmuckwaffen aus Damaszenerstahl bekommen konnte.
um 1970 Die Bagger und Planierraupen des Wupperverbandes ließen in Dörpe keinen Stein mehr auf dem anderen stehen. Die 90 Arbeiter der Fabriken mußten sich einen neuen Brötchengeber suchen.

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Peter Dominick 2004

Die Dörper Hämmer auf dem Dörpebach

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in alter Zeit Damals sollen Germanen, Kelten oder andere Recken eine Wallburg auf dem Bilstein hoch über der Dörpemündung errichtet haben.
Manche Heimatforscher sind der Auffassung, daß die Wallburgen in vorchristlicher Zeit entstanden sind.
In der Fachwelt hat sich allerdings die Meinung durchgesetzt, daß diese Anlage nicht älter als 1000 Jahre sind.
1189 In einer Urkunde wird die "Molendium in Duripe" erwähnt. Diese Mühle war eine Cameral=Bann=Mühle (CBM), in der die umliegenden Bauern ihr Korn mahlen lassen mußten.
um 1718 Johannes Heyder und Johann Peter Burghoff bekamen die Genehmigung, einen Hammer auf der Dörpe direkt an ihrer Mündung in die Wupper zu errichten.
1723 Ein weiterer Hammer von Heyder und Burghoff entstand dort. Für beide mußten sie einen Goldgulden Wassererkenntniß ( Wassergebühr, Steuer ) bezahlen.
nach 1828 Auf dem Platz der Hämmer zog Friedrich Wilhelm Clarenbach eine Streichgarnspinnerei hoch. Damit das Fabrikwasserrad vernünftig lief, ließ Clarenbach den Hammerteich vergrößern.
1898 Die Spinnerei und die ehemalige CBM brannten ab.
1903 Hermann Huckenbeck errichtete auf den Ruinen ein Stanz- und Presswerk für Fahrradteile. Als Wasserspeicher für die Turbinen der Fabrik dienten zwei große Stauweiher ( Huckenbecks Teiche ) anstelle des früheren Hammerteichs.
1910 entstand direkt an der Wupper ein Gebäude für 4 Exenterpressen und 2 Friktionspressen. Das Fundament des Fabrikbaues soll auf Eichenpfähle gegründet worden sein.
nach 1939 Im größten Teil des Stanzwerks unterhielt August Enneper Söhne ein Lager für Stahlrohlinge. In einem anderen, gepachteten Teil nähten Mitarbeiter des "PARAT-Werks Schönebach" Fahrradtaschen zusammen.
Ein weiterer Mieter des ehemaligen Stanzwerkes war der Ingenieur Dr. Eichenberg. Er produzierte Keramikteile für die Elektroindustrie.
um 1970 Die Bagger und Planierraupen des Wupperverbandes ließen in Dörpe keinen Stein mehr auf dem anderen stehen. Die 90 Arbeiter der Fabriken mußten sich einen neuen Brötchengeber suchen.
1985/1986 Eine Vorsperre (255000 m3) der Wuppertalsperre entstand im Tal des Dörpebaches.

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Peter Dominick 2004

Die Firma P.D.G. Sieper in der Oege

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1837 Peter Daniel Gustav Sieper gründete die Firma zur Fertigung von Feilenhaumaschinen. Später spezialisierte sich P.D.G. Sieper auf Reißwölfe, Krempelwölfe, Streckmaschinen u.s.w. Diese Maschinen gingen in den Aachener Raum.
um 1900 drehte eine Dampfmaschine die Transmission für die Drehbänke, Fräs- und Hobelmaschinen.
1916 Eine neue Montagehalle entstand, in der unter Anderem Granaten für den ersten Weltkrieg zusammengebaut wurden.
1939 fertigten die Arbeiter von P.D.G. Sieper U-Bootventile an. Auch Bodenwannen für Panzer gehörten zum Programm. Nachdem Krieg arbeitete man beschädigte Textilmaschinen auf.
Winter 1939/1940 Die Wupper staute sich hinter einer Eisbarriere auf, so daß das Hochwasser das Holzpflaster in der Montagehalle wegspülte. Pioniere der Wehrmacht sprengten das Eis und das Hochwasser konnte abfließen.
vor 1970 Als Hauptstandbein der Firma galten patentierte Nietmaschinen, von denen einige Typen sogar nach den Fordwerken für die Automobilherstellung geliefert wurden.
30.6.1972 Wegen des Talsperrenbaus hörte die Produktion von P.D.G. Sieper in der Oege auf.

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Peter Dominick 2004