Beyenburg (CBM)

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1426 In einem alten Buch wird eine Urkunde erwähnt, in der Herzog Adolf von Berg die Beyenburger Kreuzbrüder von der Zahlung des Molters frei spricht. Der Molter war die Mahlgebühr für die Beyenburger Cameral=Bann=Mühle (CBM). Man nannte solche Mühlen auch Zwangsmühlen, in der die umliegenden Bauern gezwungen waren, hier ebenfalls ihr Korn mahlen zu lassen.
1601 Dem Grafen Simon von Lippe gehörte die Mühle und er verpachtete sie an Henrich Nutzgen für 12 Jahre. Der Pachtzins betrug jährlich 240 Rthlr.
1781 Der letzte Pächter der Beyenburger CBM trug den Namen Johann Heinrich Schmitz. Sein Streit mit den Behörden über die Höhe der Pacht und den schlechten Zustand der Anlage füllt im Düsseldorfer Hauptstaatsarchiv einen ganzen Aktenband.
vor 1829 Anfang des 19. Jahrhunderts hob Kaiser Napoleon Bonaparte den Mühlenbann auf und privatisierte die Zwangsmühlen. Der erste private Besitzer hieß Richard Moll und benutzte das alte Gemäuer als Fruchtmühle mit zwei Mahlgängen. Außerdem fungierte das Wasserrad zugleich als Antrieb einer Walke.
1858 Johann Daniel Oelbermann weitete zusammen mit seinem Compagnon Petersen die Walke zu einer kleinen Textilfabrik aus. Die Besitzerin der CBM war allerdings die Wwe Ferdinand Moll. Um diese Zeit versorgte ein Boilleurkessel mit einer "vom Feuer umspühlten Heitzfläche von 495 Quadratfuß" eine 20 PS starke Bockmaschine mit Dampf.
vor 1895 Die Erben der Wwe Ferdinand Moll versuchten immer wieder neue Mieter zu gewinnen, jedoch stand die Mühle meistens leer.
1895 Arnold Sondermann wohnte als Mieter in der Fabrik und nutzte die geringe Wasserkraft zum Betrieb einer Lüstriermaschine für Eisengarn.
vor 1900 brannte die CBM ab, wurde allerdings wieder aufgebaut.
um 1920 Die Fa. Braun & Blechmann fertigte Bügeleisen an und lackierte Fahrradgabeln. Danach fanden Pferde und Landstreicher Unterstand in dem alten Gemäuer.
um 1935 Der Schandfleck wird endlich abgerissen, schrieb eine Zeitung. Heute befindet sich ein Kinderspielplatz dort, wo einst die stolze Cameral=Bann=Mühle stand.

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Peter Dominick 2004

Beyenburg (Gerstenkamp)

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1802 erhielten die Gebrüder Peter & Anton vom Heydt von den Klosterbrüdern ein Grundstück auf dem Gerstenkamp zum Bau einer "Baumwollen=Fabrik". In dem amtlichen Konzessionsantrag wiesen die Brüder ausdrücklich darauf hin, daß 40 Personen - hauptsächlich Kinder - beschäftigt werden sollen. Ein Teich befand sich vor der Fabrik und diente mit dem Wasser, welches aus dem Untergraben der CBM kam, als Energiespeicher für das Wasserrad.
nach 1844 Carl Theodor Wuppermann erfand mit seinem Partner Phillip Barthels-Feldhoff den Beyenburger "Wunderstoff" Eisengarn. Eigentümerin der Fabrik war die Wwe Moll.
1860 Der Franzose Achill de Vivie produzierte Streichgarn in dem Bau, der um diese Zeit bis auf die Grundmauern abbrannte.
v1878 Albert Braselmann plante in den Ruinen eine Lackfabrik und Firnißsiederei.
um 1900 Die Reste des Gemäuers standen im Garten eines Ausflugslokals.
heute befindet sich an Stelle der Fabrik das Restaurant "zum Bilstein" und wo sich einst das Wasser des Camper Teichs ausbreitete, genießen Pferde das saftige Gras einer Wiese.

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Peter Dominick 2004

Beyenburg (an der Wupperbrücke)

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vor 1800 Der Pächter des Klosterlehngutes an der Beyenburger Brücke hieß Peter David Braselmann. Reisende und Fuhrleute konnten an diesem wichtigen Wupperübergang Quartier nehmen und sich mit Vorräten eindecken. Napoleon Bonaparte soll hier übernachtet haben. Angeblich erhielt der Pächter vom Kaiser sogar die Rezeptur für eine Schnapskreation aus Paris.
1845 Das Bauerngut war geteilt. Hermann Braselmann unterhielt auf dem einen Teil eine Brauerei und sein Vetter August Napoleon Braselmann - der Sohn von Peter David - nutzte die anderen Gebäude für eine Branntweinbrennerei.
1868 Pferde drehten einen Göpel und bewegten so die Schrotmühle und Rührwerke in der Brauerei. Als Unterstützung fungierte noch eine 10 PS starke Hochdruckdampfmaschine der Fa. Ewald Hilger in Essen.
um 1900 ist die Brauerei geschlossen worden.
1905 verkaufte Arthur Napoleon Braselmann das gesamte Anwesen an Carl Hillringhaus.
um 1960 fiel das Brauereigebäude einem Abbruchunternehmen zum Opfer.
bis 1973 In Wuppertal-Rauental betrieb die Familie Hillringhaus eine Hefefabrik und unterhielt die Branntweinbrennerei in Beyenburg. "Echter Hillringhäuser" nannte man den Schnaps, der in den alten Gebäuden an der Brücke gebrannt wurde.
heute steht zwar noch das Gemäuer, aber es verfällt immer mehr zur Ruine.

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Peter Dominick 2004

Beyenburg (auf der Schwelmer Wupperseite)

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1828 David Braselmann wollte auf der anderen Wupperseite unterhalb des Klosters eine Fruchtmühle errichten. Mit dem Argument: "Eine Mühle in Beyenburg reicht" (ehemalige CBM von Richard Moll) wurde das Konzessionsgesuch abgeschmettert.
1856 Sein Sohn August Napoleon Braselmann erhielt die Erlaubnis, eine Eisengarnfabrik und Fruchtmahlmühle an der Beyenburger Brücke - auf der Westfälischen Seite - zu errichten. Der Untergraben mußte jedoch so angelegt werden, daß er die Brückenpfeiler nicht unterspülen kann.
1895 war die Fabrik an die Firma Dörpelkus & Cie vermietet. Wenn die Wupper genug Wasser führte, bewegte ein mittelschlächtiges Wasserrad zusammen mit einer Dampfmaschine sieben Lüstriermaschinen für Eisengarn. Die größere Dampfmaschine trieb weitere acht Lüstriermaschinen an. Für die Färberei entnahm eine Pulsometerpumpe der Wupper jeden Tag 120 m³ Wasser.
um 1900 Die Bergische Tisch- und Stuhlfabrik "Marke" ließ sich in dem Gebäude nieder und fertigte Möbel an.
vor 1945 Im zweiten Weltkrieg diente das Gemäuer als Gefangenenlager. Nach einem Brand verlor der Bau seine oberen Stockwerke. Danach errichtete ein Kohlenhändler hier sein Domizil und später trugen Tennisspieler ihre Zweikämpfe aus.
2000 Ein Liebhaber bringt seine Sammlung von ausgemusterten Militärfahrzeugen in der alten Eisengarnfabrik unter.

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Peter Dominick 2004

Beyenburg (Stollen)

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1830 Der Besitzer der ehemaligen Zwangsmühle - Richard Moll - kürzte die Beyenburger Wupperschleife ab, indem er einen 130 m langen Stollen durch den Berg sprengen ließ. Er gewann dabei ein Gefälle von ca. 6 m für das Wasserrad seiner neuen Walkmühle.
vor 1851 Wie schon die anderen Beyenburger Fabriken, übernahm Anna Katharina - die Frau von Richards Bruder Ferdinand - die Wasserkraftanlage am Stollen. Aus dieser Zeit stammte die Regelung mit dem 0,1 m² großen Loch im Schütt vor dem Obergraben der CBM. Die Mühle bekam nur das Wasser, was durch das Loch strömte. Der Rest des von der Mühlenschlacht gestauten Wassers ging in den Stollen.
1851 Der Mieter Wilhelm Stursberg nutzte außer der hohen Wasserkraft noch eine 51 PS starke Hochdruckdampfmaschine zum Antrieb seiner Textilmaschinen. Die hergestellten Eskimostoffe gingen hauptsächlich nach Amerika. Wegen der dortigen Absatzschwierigkeiten ging seine Firma um 1880 in Konkurs.
1890/91 Bei der höchsten Wupperflut aller Zeiten ist die Beyenburger Mühlenschlacht zerstört worden. Der Lenneper Baumeister Albert Schmidt sollte das Wehr erneuern. Die Stauhöhe erhitzte längere Zeit die Gemüter in Beyenburg.
um 1900 Peter Carl Homburg verarbeitete auf 35 Lüstriermaschinen einfaches Baumwollgarn zu Eisengarn. Die Antriebskraft lieferte eine 150 PS starke Francisturbine und zur Unterstützung eine 100 PS leistende Dampfmaschine.
1903 Aus der Firma P.C. Homburg entstand die Firma Hasenclever & Hüser. (Ha.& Hü. ).
1910 produzierten die 63 Lüstriermaschinen bei Ha.& Hü. 650 to Eisengarn im Jahr. Außer der Wasserturbine stand noch eine 450 PS leistende Dampfmaschine in dem Werk.
1918 Der Stollen erhielt einen größeren Durchmesser und dadurch eine neue Ausmauerung. Eine 700 PS starke Zweifach-Francisturbine nutzte die höhere Wasserkraft. Neben der Transmission bewegte sie noch einen Drehstromgenerator.
1924 war die "Beyenburger Nähfadenfabrik GmbH" in das Unternehmen intregiert. Der bekannte "Hüser-Strohhut-Glanzzwirn" besaß einen vorzüglichen Namen. Um diese Zeit standen 400 Mitarbeiter auf der Lohnliste.
1953 Durch den Bau des Beyenburger Staussees stieg das Wassergefälle auf 11 m brutto. In dem Werk konzentrierte sich die Produktion auf "HELANCA-Kreuselgarn".
1975 Nach einem kurzen Zusammenschluß mit der Schweizer Fa. Häberlein ging Ha.& Hü. in Konkurs. Die Wuppertaler Garnfärberei (WGF) übernahm die Werkshallen und einen Teil der Beschäftigten.
2000 WGF ist eine der letzten Fabriken an der Wupper zwischen Hückeswagen und Beyenburg, wo noch Geld verdient wird.

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Peter Dominick 2004